GEDICHTE können Mut machen und Trost
spenden in schweren Zeiten

Kennen Sie dieses wunderschöne Gedicht NÄHE DES GELIEBTEN von JOHANN WOLFGANG VON GOETHE? Ich habe es in meiner Trauerzeit entdeckt und oft rezitiert, wenn ich traurig war oder mich verlassen und trostlos fühlte:

NÄHE DES GELIEBTEN

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer vom Meere strahlt.
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer in Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege der Staub sich hebt.
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Wege der Wanderer bebt.
Ich höre dich, wenn dort im dumpfen Rauschen die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen, wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah.
Die Sonne sinkt,
bald leuchten die Sterne.
O, wärst du da!

(Johann Wolfgang von Goethe)

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Das Gedankenkarussell stoppen!
TRAUER bewältigen!

MUTMACH-GEDICHTE spenden Trost: eines meiner GEDICHTE während der TRAUER finden Sie unten.

TRAUER bewältigen und kreisende Gedanken stoppen:
Wer trauert, einen schweren Verlust erlitten hat oder gerade eine Lebenskrise meistert, kennt das: Negative Gedanken überschlagen sich »im Schleudergang«; der Stress steigt und die Verzweiflung ebenso, weil man weder klar denken noch einschlafen kann. Ich erlebte solche Situationen im ersten Trauerjahr häufig und auch in den Jahren danach immer wieder.

Eine/n TherapeutIn konnte ich mir nicht leisten, also musste ich kreative »Hilfe zur Selbsthilfe« nutzen. Da ich aus meinen Coaching/Psychologie-Fernstudien wusste, dass sich Gedanken im Gehirn manchmal wie »Affenschnattern« äußern, war mir klar, dass ich gezielt gegen dieses Laute und Negative in meinem Kopf angehen musste.

MUTMACH-GEDICHTE SPENDEN TROST:
Gedichte auswendig lernen lenkt ab.

So kam ich auf die Idee, mein Gehirn in solchen Situationen stark zu fordern und ein GEDICHT AUSWENDIG ZU LERNEN. Das kann jeder; und mit etwas Geduld und Konzentration klappt es auch.

Ich nahm mir mein Taschenbuch »Die Lieblingsgedichte der Deutschen« zur Hand und blätterte darin. Schnell hatte ich meinen Favoriten gefunden: das Gedicht DER PANTHER von RAINER MARIA RILKE. Ich konzentrierte mich aufs Auswendiglernen, Strophe für Strophe. Wenn ich mir einige Zeilen gemerkt hatte, sprach ich sie laut vor mich hin. Das Ergebnis war: Mein Gehirn brauchte die Energie jetzt fürs Lernen des Gedichts und hatte für »schnatternde Grübelgedanken« und TRAUER keinen Platz übrig.

Trauer & Verlust:
Strategien zur Trauer-Bewältigung brauchen viel Wiederholung

In der Folge wiederholte ich diese Strategie immer und immer wieder: Heute, im 9. Trauerjahr, kenne ich viele Gedichte auswendig; denn die Beschäftigung mit schöner Poesie, mit Lyrik ist Balsam für die Seele von TRAUERNDEN und spendet Trost.

Parallel zum Auswendiglernen bekam ich sogar Lust, selbst Gedichte zu schreiben – eines davon, das ich in der besonders »grübelanfälligen« Corona-Zeit schrieb, sehen Sie unten. Vielleicht versuchen Sie etwas Ähnliches, wenn das Gedankenkarussell durchdreht und Sie Trost im SCHÖNEN, WAHREN und GUTEN suchen.

Und hier kommt mein GEDICHT…

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In meiner Trauerzeit fing ich wieder an, Gedichte zu lesen, auswendig zu lernen, aufzusprechen und später auch eigene zu schreiben. Wäre das vielleicht auch etwas für Sie? GEDICHTE LESEN UND LERNEN fördert nicht nur die Konzentration und das Gedächtnis – sie unterbrechen auch Sorgen- und Grübelschleifen und eröffnen andere Sichtweisen aufs Leben.

Eines der ersten Gedichte, die ich wieder lernte, war der PROLOG IM HIMMEL aus Goethes Drama FAUST I. Sie können sich oben auch die Audio-Datei anhören!

PROLOG IM HIMMEL – DIE 3 ERZENGEL TRETEN VOR:

RAPHAEL:

Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang
Und ihre vorgeschriebene Reise vollendet sie mit Donnergang
Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke – Wenn keiner sie ergründen mag
Die unbegreiflich hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag.

GABRIEL:

Und schnell und unbegreiflich schnelle, dreht sich umher der Erde Pracht;
Es wechseln Paradieseshelle mit tiefer, schauervoller Nacht
Es schäumt das Meer in breiten Flüssen – am tiefen Grund der Felsen auf
Und Fels und Meer wird fortgerissen – in ewig schnellem Sphärenlauf.

MICHAEL:

Und Stürme brausen um die Wette – vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer
Und bilden wütend eine Kette der tiefsten Wirkung ringsumher;
Da flammt ein blitzendes Verheeren dem Pfade vor des Donnerschlags;
Doch deine Boten, Herr, verstehen, das sanfte Wandeln deines Tags.

ALLE DREI:

Dein Anblick gibt den Engeln Stärke, da keiner dich ergründen mag
Und alle deinen hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag.

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Copyright Texte / Fotos / Illustrationen by Holzmann-Ottohall, Ingrid  2025

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Gib dich ganz dem Leben
LIEGENBLEIBEN
kannst du immer noch. 

STERBEN
hat noch so viel Zeit. 
TRAUERN
lässt dich verzweifeln. 

LACHEN und LIEBEN
lindern dein Leid.
VERTRAU
auf das Leben.
Gib dich ihm ganz hin.

GOTT
verschlingt den Tod.
VERSCHLING 
auch du
Angst und Seelennot.

GIB DICH GANZ DEM LEBEN!
Stürz dich hinein 
trotz Leiden
mit Liebe und Lust. 

STEH WIEDER AUF!
GIB DICH GANZ DEM LEBEN

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AUFERSTEHEN

Manchmal
dringen düstere Gedanken 
wie Glassplitter in mein Herz.

Manchmal 
hüllt sich die Seele frierend 
in ihr Trauergewand.

Manchmal 
scheinen Hoffnung und Zuversicht
wie ferne Inseln im Ozean.

Manchmal 
drückt mich die Endlichkeit
wie ein wundes Tier zu Boden.

Manchmal 
scheint das Leben wie ein Flug
durchs Wolken-Labyrinth – 
doch IMMER

füllt Liebe zu mir, zu dir, 
zum Leben und zu Gott 
das Nichts und lässt mich neu
AUFERSTEHEN

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Copyright Texte / Fotos / Illustrationen by Holzmann-Ottohall, Ingrid  2025

(OSTERN – eines meiner »Mutmach-Gedichte« in meiner Trauerzeit als Witwe )

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