Jammern ist unsexy. Das wissen wir alle. Trotzdem packt es uns manchmal – und dann jammern wir über dieses und jenes und werden immer schlechter gelaunt. Der Mediziner und Satiriker Eckart von Hirschhausen behauptet sogar, es gäbe im Gehirn einen speziellen „Jammerlappen“, der dafür verantwortlich sei … Hier findet ihr meine 5 Anti-Jammer-Strategien:

Ehrlich gesagt habe ich früher selbst gejammert, tue es heute noch ab und zu. Seit ich mir aber ein paar Tricks aus klugen Büchern angelesen und sie in die Praxis umgesetzt habe, hat der »Jammerlappen« bei mir kaum mehr eine Chance. 😉

Dr. med. Eckhart von Hirschhausen beschreibt in seinem satirisch-vergnüglichen Buch »GLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN…« die „Anatomie des Jammerlappens“ und gibt viele Tipps, was wir gegen das Jammern tun können. Anscheinend gibt es in unserem Gehirn tatsächlich eine Art „Jammerlappen“ – der „Habenula lateralis“, der den Dopaminausstoß, also den Ausstoß von Glücksbotenstoffen, bremst. Um so wichtiger ist es zu wissen, wie wir das Jammern in Schach halten können.

Vielleicht kennen Sie ja auch solche Menschen, die einem ständig ihr Leid vorjammern. Egal wie gut oder schlecht es ihnen geht, sie sind immer im Stress, immer haben sie ein oder tausend Probleme oder Dramen. Manche gehen so weit, einem ihr ganzes Elend in geballter Müllladung vor die Seele zu kippen. Das ist nicht nur unsexy, sondern auch ziemlich unangenehm. Eine gute Freundin von mir hat da einen Trick: Jammert eine Person ohne wirklich triftigen Grund, dann bestärkt sie sie übertrieben darin. Sie sagt dann Sätze wie: »Ja, es gibt wirklich niemand, der es auf dieser Welt noch schlimmer getroffen hätte als du.« Irgendwann wird bei solch provokanten Sätzen auch der härteste Jammerer stutzig und erkennt (vielleicht), wie übertrieben sein Gejammere ist.

Meine fünf Strategien gegen das Jammern:

  1. Verwöhnprogramm:

Wenn ich einen miesen Tag habe und denke, dass alle anderen jünger, reicher, erfolgreicher, besser … sind, oder wenn das Wetter im Urlaub besch… ist, wenn die Haare nicht sitzen, die Waage spinnt oder graue Finanzamtbriefe ins Haus flattern, wenn ich also denke: »Warum ich?« »Warum passiert das immer nur mir?«, dann verwöhne ich mich ganz besonders. Ich gönne mir schöne Dinge: ein langes Bad, eine Fahrradtour, eine Gesichtsmaske, eine Massage, ein ausgedehntes Schläfchen, ein tolles Buch …

  1. Advocatus diaboli:

Manchmal lasse ich auch mein Alter ego »Advocatus diaboli« spielen, also den »Anwalt des Teufels«, und kehre alle Jammersätze einfach um. Denke ich zum Beispiel: »Was für ein Shitwetter, es regnet nur, und das im Urlaub!«, dann kehrt mein Alter ego den Satz um und sagt: »Ach wie schön! Es regnet, da kann ich doch gleich mal einen erfrischenden Spaziergang machen. Meine Haut wird sich herrlich anfühlen.«

  1. Akzeptanz und „Commitment“:

Manchmal hilft mir auch, dass ich mir die Jammergedanken geduldig anhöre und einfach akzeptiere, dass sie da sind. Ich sage dann »Hallo, da seid ihr ja wieder« zu ihnen und erinnere mich gleichzeitig daran, dass ich nicht alles glauben muss, was mein Hirn und meine Gedanken im Laufe eines Tages so alles ausspucken.

Zu diesem Thema gibt es zwei sehr fundierte Bücher, die sich mit Psychologie und Hirnforschung beschäftigen. Beide erklären einleuchtend, wie wir unser Gehirn ein bisschen austricksen und uns das Leben leichter machen können:

BUCHTIPP 1:

»Glauben Sie nicht alles, was Sie denken« von Ulrich Schweiger und Valerija Sipos

 

BUCHTIPP 2:

»Das Leben annehmen« von Mattias Wengenroth – So hilft die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)

 

  1. Lösungen statt Probleme

Okay, es regnet ununterbrochen im mühsam ersparten Urlaub. Ich kann jetzt jammern und mir – und meinem Partner – die Zeit vermiesen oder aber: Ich konzentriere mich auf die Lösung. Was kann ich trotz Regen Wunderbares mit der freien Zeit machen? Gibt es vielleicht sogar Dinge, die ich überhaupt NUR bei Regen machen kann? Werde ich Dinge, Plätze, Orte entdecken, die ich sonst nie besucht hätte? Ich konzentriere mich also nicht mehr auf das Problem, sondern nur noch auf die Lösung bzw. auf die positiven Konsequenzen aus der Situation.

  1. Erfolgserlebnisse in kleinen Schritten

Angenommen ich habe etwas, was mich immer wieder zum Jammern bringt, zum Beispiel ein ungeliebter Job. Ich kann mir jetzt – statt jammern – überlegen: Was kann ich ändern? Vielleicht reicht ein Gespräch mit Kollegen oder Chef. Vielleicht die Versetzung in eine andere Abteilung. Vielleicht muss ich mir aber auch einen neuen Job suchen.

Sobald ich zielgerichtet an der Lösung arbeite, hat das Jammern keinen Platz mehr. Gehen Sie langsam vor, in kleinen Schritten! Stecken Sie einfache Zwischenziele ab („Zuerst sichte ich meinen Marktwert und die Stellenanzeigen im Internet“). Gehen Sie dann Schritt für Schritt zum nächsten Zwischenziel, auch wenn es lange dauert. Wichtig ist, dass Sie sich die Zeit nehmen. Selbst wenn Sie erst nach einem Jahr Ihren Traumjob gefunden haben, so war doch die Zeit dazwischen viel angenehmer als einst »im Jammertal«. Sie haben sich aus dem traurigen Tal davongemacht und sind zum sonnigen Hügel emporgeklettert.

 

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